Quick-Tipp #3
Foto-Tipps

Ein Fehler, der beim Fokussieren oft gemacht wird, ist das nachträgliche Schwenken. Es wird zunächst beispielsweise auf  Augen einer Person scharfgestellt, dann allerdings wird aus gestalterischen Gründen ein Schwenk mit der Kamera durchgeführt, um die Person im goldenen Schnitt zu platzieren. Die Folge: Der eigentlich gewählte Schärfepunkt gerät aus dem Fokus, was sich gerade bei Offenblende oft erkennbar nachteilig auswirkt.

Folgende Grafik soll das verdeutlichen:
schwenk

Ein Objekt (grün) wird im Bildmittelpunkt scharf gestellt, zB mit dem mittleren AF-Sensor. Die blauen Linien zeigen den Bildwinkel, Bild- und Objekt-Ebene. Die roten Linien zeigen die Bild- und Gegenstandsebene nach dem Schwenk. Die Entfernungseinstellung wurde nicht geändert. Wie zu sehen ist, liegt nun das eingemessene Objekt (grün) vor der Schärfeebene. In diesem Beispiel ist der Drehpunkt des Schwenks die Mitte des Objektivs. Der Effekt wird so am ehesten verständlich. Eine Verlagerung findet aber auch statt, wenn der Schwenk um einen beliebigen Punkt hinter der Bildebene erfolgt, da die Schärfeebene immer tangential um den Kreis wandert, der durch den Schwenk beschrieben wird.
Das Objekt wird sich nach Schwenk immer vor der Schärfeebene befinden.

Viele Kameras habe diverse Messfelder, die vor dem Fokussieren angesteuert werden können, so dass die Bildkomposition schon vor dem Scharfstellen durchgeführt werden kann. Also: Erst komponieren, dann fokussieren. Dann klappt´s auch mit dem richtigen Schärfepunkt.

Am Schluss vielen Dank an Armin Winter , der mir diese Grafik samt den darunter befindlichen Text dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.



 

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